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Nahezu alle Prägedrucke für Museumsneubau in Schwerin verkauft / Heute Abend trifft sich Museumsleitung mit Vereinen

Was niemand für möglich gehalten hatte, ist nach nur neun Monaten Realität: Für 1,2 Millionen Euro hat der Verein „Uecker in Schwerin – Neubau e.V.“ mit Unterstützung unserer Zeitung nahezu 100 Prägedrucke des weltbekannten Avantgardisten, Günther Uecker, verkauft und Spenden gesammelt, um mit dem Erlös das Museum der Moderne – einen Anbau des Staatlichen Museums in Schwerin – zu unterstützen. Günther Uecker schenkte im letzten Sommer seiner Heimat Mecklenburg 100 Prägedrucke. Jetzt sind nur noch wenige zu haben.
Und obwohl derzeit der Museumsneubau in der Schweriner Innenstadt nur zögerlich vorangeht, wegen nachfließenden Grundwassers müssen Taucher den Beton für die Gründung des Museums gießen, gehen bei der Museumsleitung und dem Museumsverein die Pläne schon über den Neubau hinaus. Heute Abend spricht Museumsdirektor Dirk Blübaum mit drei Vereinen über die weiteren Bauschritte und die Verwendung der Spendenmillionen. Im Gespräch ist eine Überdachung des Museumshofes zwischen dem alten Willebrandbau und dem neuen Museumsblock. Doch kann das angesichts der Bemühungen der Stadt, sich mit dem Schlossensemble ins Weltkulturerbe einzutragen, architektonisch gelingen? Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) sagt klar: „Für mich kommt keine Lösung in Frage, die die Weltkulturerbe-Bewerbung gefährdet.“

 

Mit der Vorsitzenden des Vereins „Uecker in Schwerin – Neubau e.V.“, Kornelia von Berswordt-Wallrabe, sprach Max-Stefan Koslik.

Frau Prof. Berswordt, Glückwunsch, es gab ja viele Skeptiker in Schwerin, wie ist Ihnen denn das Ergebnis gelungen?

Berswordt: Natürlich ist meine Freude unbeschreiblich. Deshalb danke ich den vielen, vielen Menschen, die sich nicht beirren lassen und weiter daran mitarbeiten, dass das Museum weitere angemessene Räumlichkeiten erhält. Den Startschuss für die Privatinitiative zur Erweiterung des Museums gaben die Namensgeber des prächtigen IHK-Gebäudes – Ludwig und Eleonore Bölkow – mit einer ersten Großspende. Dazu kam die spontane Zusage von Günther Uecker, gebürtiger Mecklenburger in Düsseldorf, eine Sonderedition von 100 Prägedrucken für Schwerin aufzulegen um eine repräsentative bauliche Lösung für das Museum zu schaffen. Diese beiden Engagements haben uns ermutigt und verpflichtet den Ball wieder aufzunehmen, um die Überdachung des neu entstehenden Hofes als Forum zu schaffen, zusätzlich zum prächtigen Erweiterungsbau für den das Land zeichnet.

Wer kauft die Prägedrucke, sind da auch Mecklenburger dabei?

Durch verschiedene Veröffentlichungen auch in Ihrer Zeitung wurde der Prägedruck über Nacht in der Bundesrepublik und darüber hinaus bekannt und seine Schönheit verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Neben wenigen Insidern und einigen Unternehmern aus Mecklenburg bestellen Galerien und private Käufer aus der ganzen Bundesrepublik und der Schweiz die großen Drucke der Sonderedition. Besonders habe ich mich darüber gefreut, dass eine Arbeit in Richtung Bad Doberan unterwegs ist. Auch begeisterte Schweriner haben Prägedrucke gekauft. Zusätzlich hat Uecker Prägedrucke für die Verlosung in Ihrer Zeitung gestiftet und ich hoffe, dass wir die nächste Verlosung dieses wunderschönen Prägedruckes schon bald vornehmen können.

Hat Ihnen der Hype um Uecker, seine Ausstellung in Düsseldorf und seinen 85. Geburtstag geholfen?

Viele Käufer sammeln seit Jahren das Werk der Zero Künstler Otto Piene, Heinz Mack und besonders das von Uecker. Im Rheinland waren ja viele Menschen mit den Künstlern jung und sind mit dieser Kunst erwachsen geworden. Deshalb finden viele Prägedrucke aus der Schweriner Sonderedition dort ihren Ort. Aber eine große Zahl meiner Gesprächspartner sind durch die Düsseldorfer Ausstellung, durch Freunde oder durch Galerien, die diese Arbeit ausgestellt haben, auf die Idee gekommen, ein solch rätselhaftes schönes Werk selbst zu kaufen. Die Rahmen für die Arbeiten dieser Sammler werden übrigens in Schwerin gebaut.

Wie ist es um Ihr Vorhaben mit dem Forum am Museum bestellt?

Das Spendenvolumen, das wir zusammengetragen haben, soll auf die Höhe der Bausumme wachsen. Es stammt von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, denen gegenüber wir Rechenschaft ablegen müssen. Deshalb bin ich hoch erfreut, dass das Museum heute zu einer Vorstellung der aktuellen Nutzungskonzeption des überdachten Hofes eingeladen hat. Der Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes erarbeitet auf Basis der Angaben des Museums für eine Hofüberdachung eine Studie zur Machbarkeit. Mit dem Resultat wollen die Vertreter von Bauverwaltung und Bildungsministerium sicherstellen, dass die projektierten Baumaßnahmen mit der Bewerbung Schwerins um den Welterbe-Titel konform laufen. Daran sind wir alle interessiert und deswegen arbeiten wir gemeinsam daran, dass das Engagement der Bürger zum Wohl Schwerins eingesetzt wird.

Bericht: SVZ.de vom 24.03.2015, Max-Stefan Koslik